"Goldene Zeiten"

Scheiber Sunny 1

 

 

Einer der ersten Sunny-Sport aus der 1989/1990
anlaufenden Serienproduktion. Diese einfachen,
offenen Sunnies haben uns damals den meisten Spaß
gemacht. Sehr schnell zu bauen, nicht einmal 80
Mannstunden, einfache Motorisierung, sehr leicht,
sehr wendig, genau so, wie ich mir ein einfaches,
sicheres Flugzeug für jedermann vorgestellt hatte.
Preis damals komplett mit Rettungsgerät (der
Raketenfallschirm "auf dem Dach") und später
inklusive Frontverkleidung um 27.000 DM -
flugfertig!

 

 

 

 

Scheiber Sunny 2

 

 
Für seine sicheren Flugeigenschaften bei hoher
Wendigkeit wurde der Sunny-Sport schnell bekannt.
Er bekam in den Tests der Journale Im In- und
Ausland nur gute Noten, was keine Selbstverständ-
lichkeit war, denn Piloten sind konservativ.

Dieses Flugzeug aber sah immer ein bißchen so aus,
als hätte ich es "Mad Max" geklaut. Tatsächlich
waren es aber vor allem die Frauen, die unsere
Käufer, Männer, dazu brachten, sich einen Sunny
zuzulegen. "Der sieht wenigstens mal anders aus.
Und so stabil!" lautete oft das Damenurteil. Und
die Frauen haben beim Flugzeugkauf der Männer viel
mitzureden.

Vielleicht lag es aber auch daran, daß der Sunny
schon immer männlich war, im Gegensatz zu seinen
Kollegen, die fast alle mit "die" angesprochen
werden wollen. 


  

Heute auf Reunion!

 

 

Das ist einer der ersten Sunnies, die überhaupt
gebaut wurden. Das Bild ist allerdings nicht 16
Jahre alt, sondern nur wenige, denn heute fliegt
dieser Sunny in Reunion. Bauweise und Konstruktion
haben sich wie das Konzept überaus bewährt."Guter
deutscher Maschinenbau", wenn man so will.

 

 

 

 

Sunny Sport komplett

 

 

Ein Sunny Sport aus der Serie 1992. Da waren schon
60 von ihnen in Deutschland und sonstwo unterwegs.
Insgesamt wurden von uns rund 150 Sunnies gebaut.
Davon vielleicht 80 Sunny-Sport.

 

 

 

"Unser Vorratslager"

 

Das Lager war zu Beginn der 90er, in den "goldenen Zeiten" der Firma Tandem Aircraft KG, immer gut
gefüllt. Auf der einen Seite rund 10 Rümpfe, auf
der anderen 10 Flügel in verschiedenen Farben.
Aussuchen und ein paar Tage später, auf Wunsch auch
in drei Tagen, konnte der Flieger vom Kunden
mitgenommen werden. Die Fertigungszeit vom Halbzeug
zum Flugzeug lag damals für einen Sunny Sport unter
80 Mannstunden.

Wir haben zu Beginn immer 10 Flugzeuge auf einmal aufgelegt, das machte die Sache schnell und vor allem einheitlich. Bastelei hatte keine Chance.

 

 

 

Sunny Targa

 

Der Markt wollte geschlossene Flugzeuge, deshalb
erschien 1992 nach einer Weihnachtsaktion, in der
ich das Rumpfmodell "schnitzte", der geschlossene
Sunny Targa. Aus war es mit der Einfachheit, aber
dafür im Winter mit Standheizung aus dem KFZ-Bereich
richtig warm. Doch die zusätzlichen Kilos haben dem
Sunny nicht gut getan, auch wenn viele mit ihrem
Targa sehr glücklich waren. 

Ungefähr 25 Targas wurden gebaut. Die komplette Verkleidung wog mit Scheibe etwa 28 kg.

  

Sunny side by side

 

Knapp ein Jahr später erschien bereits der Sunny
side-by-side. Leichter als der Targa und schneller
im Bau war er zugleich ein Schritt nach vorne und
zurück. Obwohl seine Leistungen etwas schlechter
waren als die des schmaleren und leichteren
Sunny-Sport, wurde und wird er gerne geflogen.

Ich schätze, wir haben ihn rund 40mal gebaut. Besonders gut flog er mit dem Rotax 912. 1995
bekam er wie alle Sunnies Magura-Bremsen.

 

 

 

 

Kein neuer Sunny, sondern ein side-by-side, aus dem Dr.
Rittmar von Helmolt grüsst. Besonderheit: Dieser Sunny
trägt eine Bespannung aus Russland. Preiswert, aber aus
dem Originalmateriel, gut gemacht, wenn auch etwas eng
sitzend und reichlich bunt. Wir sind trotzdem bei dem
bewährten Schweizer Hersteller geblieben, den es heute
leider nicht mehr gibt. Eine Nachfolgerin macht heute
in Deutschland noch Bespannungen.

 

 

  

Sunny Sperling




Der Sunny side-by-side von Fritz Sperling, mit dem ich in den USA war, der für uns in Venezuela den
Sunny auf Floats geflogen ist und mit dem auch ich
immer sehr gerne geflogen bin. Ein erfahrener
Vielflieger, dessen Frau auf längeren Touren in
diesem side-by-side im Fluge sehr gerne geschlafen hat. Das "nennte" man heute "gefühlte Sicherheit".


 

 

Einsitzer

 

 

Zwischendurch für die "dicken Amerikaner" noch
einmal ein Einsitzer. Zwei Prototypen haben wir
davon gebaut und mit in nach Cokeland genommen,
gestaunt wurde viel, gekauft wenig, heute fliegt
einer davon in Reunion. Wie überhaupt da ein
Reservat für in die Jahre gekommene Sunnies zu
sein scheint, geleitet von einem Mann namens
Stephan, der nicht nur gut fliegen kann, sondern
auch die Philosophie der Sunnies gut versteht.

 

 

 

 

Georgs Mono



Ein ganz besonderer Sunny ist der Sunny-Sport von
Walde und Georg Lüdeke aus der Schweiz. Dank
eines hervorragenden Mechanikers hatten sie immer
einen perfekt angepassten Motor und eigenen
Auspuff und eigene Räder und eigene Bremsen und
eigene Verkleidung und und und... Viele Piloten
werden die Lüdekes kennen, die in der Regel mit
Wohnmobil und Sunny-Anhänger unterwegs sind.

Dieses Photo ist aus 2006, heute ist nach Rotax
582, Visa und F30 ein Rotax 912 der Triebling und
Liebling der beiden. Erkennbar hier die konkave
Unterseite der oberen Fläche - ein Muss!

 

 

 

Standardanhänger

 

 

Wenn kein Hangar, dann eben ein Hänger. Nur etwa
4 m lang und 2 m breit und 2,2 m hoch war unser
Standardanhänger für alle Sunnies. Das ist sehr
klein, wenn man bedenkt, daß ein konventionelles
einfaches Ul oft Hänger der Abmessungen 6,5 mal
2,4 mal 3 m hat, um den langen Rumpf, das hohe
Seitenleitwerk und die langen Flächen gut
unterzubekommen. Ich glaube, kleiner als den
Sunny bekommt man ein zweisitziges UL-Flugzeug
nicht unter die "Haube".

 

 

 

 

Wie man sieht, ein Bild aus heutigen Tagen. Doch
die Landschaft ist weit weg von Europa: Réunion!
In der Tat eine Wiedervereinigung verschiedener
Sunnies mit verschiedenen Antrieben zu einer
gemeinsamen Aufgabe:

Spass machen beim Fliegen!

 

 

 

 

 

 

Nicht die wiedererwachte Eifel um den Laacher See
herum, sondern noch einmal Réunion mit Stephan am
Knüppel, der dort eine Sunny-Zucht betreut.

Ein Flieger mit elastischem Flügelverbund ist bei
einer derart ruppigen Luft, wie rund um einen
aktiven Vulkan zu finden, ein guter Partner, denn
er gleicht Boen aus, verändert die Anstellwinkel
der Flügel so, daß Abkippen oder Überziehen beim
Kurven fast unmöglich ist. Mut braucht es aber
und fliegen können sollte man auch in der Nähe
eines aktiven Vulkans.


 

 

 

Bastelsunny

 

Vermutlich waren wir der erste Hersteller
zweisitziger Flugzeuge, der sein Produkt zu
Weihnachten als Papiermodell an die potentielle
Kundschaft verschickte. Die Modelle flogen ruhig
in die Luft geschoben bis zu 16 m weit. Den
kleinsten fliegenden Sunny habe ich übrigens
1997 in einer Streichholzschachtel an P.M.
geschickt. Er war aus ganz leichtem Papier, und
das Kleben war eine wahre "Zitterpartie".

Hier der Link zu den Bauvorschriften.

Und der Link zu einem 5-Minuten-
Bastelbogen,
den Modellbauer Jahre später daraus gemacht
haben.

 

 

 

Auch das gab es: Wer als Sunny Eigner "ein Star" sein wollte, hatte
einen Sticker an der Jacke, der ihn als Sunny Star auswies. Ein
Sunny-Sticker aus Frankreich, 1992 eingeführt von Gerard Durand, unser
franz. Händler. Er war ein richtig guter Pilot und Berater.

 

 

Home