Der Thom-Rotor-Flügel

Einführung:

Flettner Rotoren - rotierende Zylinder - sind die
mechanische Darstellung der Traglinientheorie zum
Flügel. Diese Theorie sagt vereinfacht: Hat man
einen sich drehenden Rotor aus Luft und strömt
diesen an, bildet sich aus der Überlagerung eine
eine Druck- und Geschwindigkeitsdifferenz ähnlich
wie um einen profilierten Flügel. Es entstehen
Auftrieb und Widerstand.

 

 

 

Flettner ersetzte den mathematischen Luftwirbel durch eine rotierende Walze, die Luft auf der
Oberfläche mitbewegt. Eine kluge Idee, denn seine Rotoren konnte man zum Beispiel vertikal auf
ein Schiff setzen und dann lieferten sie im Wind Auf- und Vortrieb wie ein Segel. Und das hat
wirklich gut funktioniert, solange die Umfangsgeschwindigkeit des Rotors 3 mal höher war als
die Anströmgeschwindigkeit - der scheinbare Wind beim Segeln. Doch gut war nicht gut genug, um
gegen die aufkommenden 2-Takt-Diesel als Rotorsegelschiff eine Chance zu haben.

 

Als Flugzeugflügel sind solche Flettner-Rotoren leider
nicht zu gebrauchen. Das Flugzeug würde gleiten "wie ein
Stein". Auch Versuche, die Flettner-Walze in einen Flügel
zu integrieren waren wenig erfolgreich. Sogar der auf
frühere Überlegungen von Flettner rückgreifende Versuch
eines "Transportbandes" im Flügel hatte keinen Erfolg.
Trotz vieler Patente dazu. (Links ein Flügelprofil mit
Nasenrotor und Flettnerband schematisch dargestellt.)

Das Problem liegt hier darin, daß diese Lösungen mit "Flettner im Profil" die Zirkulation um
den Rotor herum unterbrechen, sozusagen durch den Flügel abscheren. Es entsteht gar kein
rotierendes Feld, nicht einmal ansatzweise. Und das bißchen rotierende Metalloberfläche im
Flügel bewirkt für sich allein so gut wie nichts. Auch nicht als als Transportband, denn schon
Flettner selbst, der zunächst solch ein Band als Segel auf einem Schiff installieren wollte,
erkannte, daß zwei freistehende Rotoren in einem bestimmten Abstand zueinander viel wirksamer
waren.

 

Doch es gibt noch eine andere Lösung: Wie die Graphik links
zeigt, konnte ein Herr Thom, ein unbekannter schottischer
Ingenieur, vor 60 Jahren nach 10 Jahren Arbeit zeigen, daß
viele große Scheiben an einem Flettner-Rotor dessen
Leistung beträchtlich anheben. Aus einem maximalen
Auftriebsbeiwert des Flettner-Rotors von ca. 12 wird mit
Thom-Scheiben ein Auftriebsbeiwert von 20! bei einem
Sechstel des Widerstands! Das ist eine Verzehnfachung der
Gesamtleistung
.

Ein Flugzeug könnte also statt Flügel solche Thom Rotoren
haben. Doch halte ich das nur im Bodeneffekt für sinnvoll
und machbar. Und da
nn mit einem Tandem-Rotor-Flugzeug.

Hier noch einmal meine Skizze von der
Seite mitBodeneffektüberlegungen. Das
Projekt halte ich tatsächlich auch
heute noch für möglich und sinnvoll,
vor allem da die Rotoren oder auch
nur deren Oberflächen mit heutiger
E-Technik exakt in der Umdrehung
angesteuert werden können.

 

 
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