Dieses
seltsam klobig wirkende Pusher-Flugzeug links, das
nur einmal im
Jahre
1932 gebaut und erfolgreich geflogen wurde, war für
mich 1978 der
Anlass über neue Flügelkonzepte wie Ringwing und
Boxwing
nachzudenken.
Es gibt bei
Youtube einen Film über dieses Flugzeug und seinen Erstflug:
Hätte Herr Brown seinerzeit die heutigen
Möglichkeiten gehabt, hätte er das Flugzeug
vermutlich einfacher und
etwas anders ausgelegt. Insbesondere für ein 115 kg Flugzeug,
wie es derzeit in Deutschland diskutiert wird. Für
diese neue kleinste Klasse macht der Warren-Wing mit
zentraler Stützfläche viel Sinn. (Warren-wing nennt
man
jene Rautenflügel, bei denen die mittlere
Stützfläche von Brown fehlt. Sie stallen harmlos,
sind aber problematisch
in der Längsstabilität, weil das Nickmoment das
Vorzeichen wechselt.)
Hier das
Konzept von Brown in einer Auslegung mit
6,8 m Spannweite, 13 qm Fläche, Rumpf 3,1 m lang
und Höhe 1,11 m (ohne Seitenleitwerk).
Ein kleines
Flugzeug mit Gleitzahl (A/W) 10,5 und
Vmin von 58 km/h, Vmax mit 0,125 PS/kg MTOW =
30 PS = 128 km/h. Startstrecke ca. 50 m, Steigen
um 3 m/s (theoretische Werte).
Alle
Flächenteile sind absolut identisch und haben
keinerlei Schränkung, könnten also aus einer Form
oder einem Extruder stammen. Die Steuerung wird
über geringes gleich- und gegensinniges Verdrehen der
hinteren Flächenteile und ein konventionelles
Seitenleitwerk sehr effektiv möglich. In
x-plane
muss
man mit Elevons am hinteren Flügel steuern, hier fliegt
das System extrem sicher und gutmütig.
Was spricht
nun für eine solche Auslegung?
Einsichtig
ist zunächst, dass solch ein Flügelverbund,
dessen 25% Linie blau eingezeichnet ist, sehr stabil
und leicht gebaut werden kann. Da die Teilflächen alle
identisch sind, ist es möglich, sie aus einer einzigen
Form zu gewinnen.
Der Rumpf, für den bei einem 115 kg Flugzeug kaum
mehr als 25 kg zur Erstellung bleiben (Gewicht eines
Mittelklasse Fahrersitzes), kann sehr klein sein und
aus einem 2-D-Rahmen bestehen, auf den seitwärts
Halbschalen aus einem leichten 3-D-Gewebe gesetzt
werden.
Sicherer kann
man einen Piloten in einem 115 kg
flieger nicht unterbringen als in einem "Flügelkäfig".
Rechts das
oben abgebildete Flugzeug in einer Halbansicht.
Orange der Umriss des Gesamthalbflügels, grün
gezeichnet
die zu diesem Umrissflügel gehörige 25% Linie.
Bei solchen
nichtplanaren Flügelsystemen kann man zeigen,
dass bei stabil fliegenden Systemen deren Schwerpunkt von
einer Lage auf der 25%
Linie des Umrissflügels abgeleitet
werden kann, wenn man die Gesamtzirkulation berücksichtigt.
Anders
gesagt: Die einzelnen Flügel erzeugen eine Verteilung
des Auftriebs über der Längs- und Querachse, die dem
eines
konventionellen Flügels gleichen Umrisses
ähnelt.
Interessant auch die Auftriebsverteilung über Vmin-Vmax, wie
sie einem das x-plane Programm liefert, das mit
einem Panelisierungsverfahren ganz anders arbeitet als das
Vortex lattice Programm, mit dem Flugzeuge von
mir ansonsten untersucht werden.
Vertikal abgetragen
in % der Anteil der einzelnen Flügel am
Gesamtauftrieb über der Geschwindigkeit. Der Auftriebsanteil
des vorderen Flügels (orange) steigt annähernd linear
mit der
Geschwindigkeit. Der Anteil des mittleren Flügels
(grün) sinkt
mit der Geschwindigkeit. Der Anteil der hinteren Fläche (weiss)
ist im Gleitflugbereich am grössten. (Daten aus
x.-plane)
Bei Tandemflugzeugen, zu denen neben dem gestaffelten Box-
wing auch der Warren-wing zählt, ist das ähnlich,
aber es fehlt
die Stabilisierungsfläche (weiss), weil diese durch die hintere
Fläche mitgebildet wird. Entsprechend wird die hintere
Fläche
beim Abfangen oder Kurvenflug deutlich mehr belastet als beim
Normalflug. Ein Tandemflugzeug kann bei ungünstiger
Gestaltung
(tragender Rumpf, sehr grosse Pfeilung der vorderen Fläche)
auch über den hinteren
Flügel stallen!
Der Triplewing von Brown löst diese flugmechanische
Problematik durch eine nachgeordnete Stabilisierungsfläche.
Er bietet also neben statischen auch flugmechanische Vorteile, wenn
man harmlosen Sackflugstall und vermutlich
auch Unmöglichkeit von Trudeln und Abkippen als Vorteile sehr
kleiner, leichter Flugzeuge sehen will, die aufgrund
der geringen Masse in Boen sehr schnell Fahrt verlieren
können, wenn
der Pilot unaufmerksam ist.
Intermezzo mit der Software
X-plane,
ein Simulator, um ein Flugzeug zu "untersuchen"? Kann das
richtig sein bzw. gut gehen, werde ich oft
gefragt. Nun, die die Ergebnisse von x-plane und dem Vortex-lattice
Programm, das ich sonst verwende, sind
sich im Ergebnis sehr ähnlich, wenn auch die des vortex
Programms natürlich weit schärfer und detaillierter
sind.
Dafür kann x-plane die Dynamik unter Einbeziehung von
Massendynamik, Anstellwinkelschwingungen im Wetter, Verlauf des
Slipstreams mit seinem Einfluss auf Tragflächen und Ruder und
den
Einfluss des Rumpfes (nicht dessen Umströmung)
berücksichtigen sowie auch zeigen, wie sich das Flugzeug am
Boden,
beim Starten und Landen verhalten wird. Das Vortex-Programm zeigt nur
stationäre Flugzustände, die aber sehr exakt.
Insbesondere
bei leichten kleinen Flugzeugen mit geringer Flächenbelastung
arbeitet das Flugmodell von x-plane sogar fast schon erschreckend
perfekt, während bei grossen Flugzeuge und "the wild an
furious" sehr viel in der Massendynamik untergeht. Und auch
hier
ist es wieder wie beim Modellfliegen: Geht XYZ zum Modellflugplatz, so
sieht er nur bunte Dinger in der Luft, die offenbar fliegen. Wer die
Flugzeuge selbst entworfen hat, bemerkt aber
wie sich jede kleine Änderung subtil auswirkt, soweit es sich
nicht um völlig übermotorisierte Spielflieger handelt.
Es kommt halt immer darauf an, wer schaut, damit er was sieht. Eine
alte Wahrheit.
In x-plane
wirkt sich sich zum Beispiel der Wechsel von einem heutigen
Dreibeinfahrwerk auf das klassische
Fahrwerk vergangener Zeit bei einem Flugzeug mit 240 kg MTOM und einer
Flächenbelastung von 18 kg/qm
deutlich auf das Verhalten in böigem Aufwind aus. X-plane
modelliert diesen nach Topographiedaten.
Als X-plane-Beispiel die Landung des Triplewings, bei dem alle
Fahrwerkskräfte und aerodynamischen
Daten eingbelendet sind, der Bodeneffekt wird ebenfalls simuliert und wirkt sich hier deutlich aus. Parallel
dazu werden alle nur denkbaren Daten graphisch oder in einem
Medium gespeichert. Reibungsbeiwerte
und Dämpfungskonstanten des Fahrwerks können auch per Hand eingestellt werden.
Eine einfache
Übersicht zum Flugmodell dieses
Simulators, der von seinem Luft- und Raumfahrtingenieur als Entwickler
ständig weiterentwickelt wird und mittlerweile ein Flugmodell
besitzt, bei dem die panelierten Teile
ab Version 9.5 ein realistisches Abwindfeld erzeugen, hier eine allgemein
gehaltene Darstellung. Weit mehr
erfährt man aus den Infobriefen des Entwicklers, in denen er
schildert, wie er den gyroskopischen Effekt der
Luftschraube mit entsprechender Masse um 5% besser einbringen konnte
(Beispiel) etc.
Überzeugt
hat mich jedoch, dass x-plane heute die Problematik bei der Entwicklung
des Sunny-Boxwing und
dessen Verhalten vor mehr als 20 Jahren und bei einer Verstefung des
elastischen Verbandes gut modellieren
kann. Und Vortex schafft es sogar zu zeigen, warum die bespannten
Seitenscheiben trotz "Vorspur" Auftrieb
zeigen und warum die Spoiler noch mehr "Vorspur" in der Einstellung brauchten.
Links eine negativ
gesetzte Aufnahme des Flowfields
aus x-plane 9.6+ des Triplewings in Turbulenz. Vektoren
zeigen die Richtung der Stömungsanteile und Farben
können zusätzlich Geschwindigkeiten zeigen. Nutzen
kann man diese Darstellung kaum, aber sie zeigt den
Rechenaufwand, der heute hinter x-plane steckt, das
heute alle Streckungen und deren Abwindverteilung
getrennt rechnet. Früher nahm x-plane für ein solches
nichtplanares Flugzeug eine Einheitsstreckung an,
die es in dieser Form aber nur bei einem besonderen
Aufwand geben kann, der das Abwindfeld glättet..
Untersuchungen
mit dem Vortex Programm von Frank Ranis
Nachfolgend Graphik aus dem Vortex-Programm, die die
Flügelkombination und ihre
Auftriebsverteilungen
im Sackflug-, Gleit- und Schnellflug zeigen. Der Klarheit wegen wurde
die Flügelenden nicht
verbunden.
Schwerpunkt lila, Neutralpunkt grün.
Sackflug,
obere, mittlere und untere Fläche. Rote Linie
Zikulationsverteilung, grüne Linie Auftriebsverteilung.
Die gestrichelte -.-.-. grüne Linie ist die Nulllinie, die
gepunktete ..... grüne Linie zeigt den maximalen Auftrieb.
Man sieht deutlich die Induktionen der Flächen. Die
Auftriebsverteilung der vorderen Fläche ist durch die den
Nachlauf verbessernde Wirkung der aussen darunter liegenden mittleren
Fläche überelliptisch. Die hintere
Fläche liegt im Nachlauf beider vorgelagerter
Flächen, was sich aussen deutlich zeigt.
Nullschieber:
Schnellflug:
Die
Diagramme (oben) wurden mit dem Vortex lattice Programm
"Vortex" von Frank Ranis erstellt . Es
gibt jetzt auch eine englischsprachige Version geben.Freeware hier- freeware english version
Um etwas besser zu verstehen, was es mit einem warren-wing
und dem dazu gehördenden triple-wing von Ben Brown auf sich
hat, links eine Graphik von Darrol Stinton (interavia 4/87)
Sie zeigt, dass die Rautenflügel ihr bestes
Verhältnis von
Auftrieb und Widerstand bei höheren Ca und in einem deutlich
grösseren Bereich erbringen.
Der geringe absolute Wert von etwa 7 resultiert hier aus dem
Vergleich mit einem Referenzflügel bestimmter Streckung. Der
Rautenwing hat eine geringere Streckung, auch wenn seine
Einzelflächen eine höhere Streckung haben.
Mit dem Rautenwing sind also auch viel bessere "Gleitzahlen"
zu erreichen.
Es zeigt sich hier auch, dass der aussen geschlossene Rauten-
flügel eine etwas andere Kurve hat (durchgehende Linie). Ich
gehe zunächst davon aus, dass man diese aussen liegende
zusätzliche Fläche auch als mittlere Fläche
wie beim Triple-
wing einbringen kann. Dazu gleich noch.
Vom gleichen Verfasser (Darrol Stinton, Design of Aircraft) in
interavia 4/78 die Auftriebsbeiwerte der Vergleichsflügel
über
dem Anstellwinkel.
Es zeigt sich, dass der Rechteckflügel einen abrupten Stall bei
etwa 16 Grad Anstellwinkel zeigt. Ähnliches gilt
abgeschwächt
für den "offenen" Rautenflügel, während der
geschlossene
Rautenflügel den wünschenswert kaum merklichen
Verlust
an Auftrieb über hohe Anstellwinkel mit sich bringt.
Sollte der mittlere Flügel des Triplewing die gleiche Folge
für
das Flugzeug haben - und es sieht ganz so aus -, dann wäre
diese Flügelkonfiguration ideal für kleine Flugzeuge,
wenn
auch die Längsstabilität stimmt. - Dazu unten mehr:
Waagerecht ist der Anstellwinkel des Flugzeuges abgetragen und
vertikal dazu das Nickmoment (Darrol Stinton). Negative Beiwerte
erzeugen ein kopflastiges Nickmoment, nehmen einem Flugzeug
bei positivem Anstellwinkel die Nase nach unten. Negative richten
die Nase des Flugzeuges auf. Wo die Momente die Anstellwinkel
schneiden, fliegt das Flugzeug mit seiner Trimmgeschwindigkeit
Der Momentenverlauf des offenen Rautenwings ist nicht stetig,
der des geschlossenen Rautenwings immerhin in einem grossen
bereich wünschenswert stetig. Alle Rauten sind positiv
gestaffelt,
d.h. der vordere Flügel liegt über dem hinteren.
Wolkovitch propagierte seinerzeit negative Staffelungen, wie sie
auch heute noch - etwa bei Boxwings - die Regel sind.
Links
die Abbildung von oben, in die ich den Verlauf der Beiwerte
über Anstellwinkel eingetragen, wie sie das Vortex-Programm
für
den Nullpunkt des Flugzeuges im Schwerpunkt errechnet.
Der Verlauf ist absolut stetig. Im Windkanal könnten die
Ergebnisse
etwas anders aussehen, aber nicht allzusehr, denn das Programm
berücksichtigt die Induktionen der Flügel. Die
Beiwertelinie schneidet
die Linie der Anstellwinkel bei etwa 6,5 Grad, mit diesem
Anstellwinkel
fliegt das Flugzeug also im Grundtrimm. Die Fluggeschwindigkeit
beträgt
dabei 25 m/s = 90 km/h.
Anstellwinkelschwingungen wird das Flugzeug, wie der steile Verlauf
der roten Cm-Linie zeigt, schnell sinnrichtig beantworten. Die
Gefahr
eines Stall in Vertikalboen oder bei Verlust von
Geschwindigkeit nach
Horizontalboen ist Dank des typisch flachen Ca- Verlaufs, siehe oben,
weit geringer als für eine Normalkonfiguration.
Unten
eine Abbildung aus x-plane, bei der man mit gutem Willen erkennt, wie
die Flügel aussen gestaffelt
sind.
Ben Brown setzte an die Einzelflügel im Bereich
der grössten Spannweitere ein klassisches Flügelende
an. Dieses
vergrössert zum einen die effektive Streckung des
Gesamtsystems und lässt mehr vertikale Staffelung der einzelnen
Flügel im Anschluss zu. Für ein 120 kg Flugzeug
reicht m.E. die sich aus der oben gezeigten Anordnung ergebende
vertikale Staffelung der Einzelflächen im Bereich der
grössten Spannweite aus, um Komplikationen zu vermeiden. Es
soll halt so einfach und leicht wie nur möglich sein
für ein 115-120 kg Flugzeug.
Die Lage des Antriebs vor der Nase des oberen Flügels ist
nicht zwingend, aber wenn ein
preiswerter 2-Takter zum Einsatz käme, wäre es
möglich, sich so von der Problematik eines
in der Rumpfnase gekapselten heissen Verbrenners zu lösen. Mir
ist kein Fall bekannt, bei
dem sich ein frei aufgebauter Motor im Flug jemals entzündet
hätte. Wenn es dagegen auf
optimale Gleitleistung ankäme und e-Motoren möglich
werden, würde man die in die Nase
des Rumpfes einbauen. (1,2 m max Propdurchmesser).
Hier noch einmal eine Draufsicht des in x-plane verwendeten Modells.
Stammen die Flächen,
Tiefe im rechtwinkligen Schnitt 66 cm, aus einer Form oder werden
sonstwie absolut identisch
gefertigt, dann sind sie in den gepfeilten Anteilen wenige Prozent
länger in der Anströmung,
was aber kaum messbare Effekte hat. Eine bespannte Herstellung
der Flächen ist so natürlich
nicht möglich, weil die Rippen dann um 14 Grad (dem
Pfeilwinkel vorne und hinten) schräg in
der Strömumg stünden und so in den einfallenden
Bespannungsteilen Ablösungen provozierten.
Von Interesse ist natürlich auch die Frage, ob ein
Einmünden der Einzelflächen in "Ohren", also
gemeinsame winglets, die Leistung wesentlich verbessern kann. Der
bauliche Aufwand für die
tieferen "Ohren" wäre nicht gering, also sollte der
Leistungsgewinn gross sein:
Links eine Abbildung des "Triplewind" aus
dem Programm Vortex von Frank Ranis,
bei dem mit leichten Korrekturen der
Flügelspitzemlagen ein gemeinsames
Winglet an die Einzelflächen gesetzt
wurde.
Die Graphik unten zeigt den Verlauf des Gleitverhältnisses
(A/W) über Anstellwinkel (mit
den entsprechenden Geschwindigkeiten). Rot das Flugzeug mit "Ohren",
grün das gleiche
Flugzeug ohne "Ohren", bei dem also nur eine aerodynamisch
günstige Verbindung der
Flächen beabsichtigt ist. Die Leistungen liegen im
Mittel bei einem Verhältnis von A zu W
um 11, 4. Die "Ohren" lohnen sich also nicht wirklich (beim
ersten Versuch).
Was auffällt, ist allerdings der unstetige
Verlauf der Gleitleistung bei beiden Fliegern:
Die Graphik unten zeigt, dass der unstetige Verlauf der Gleitleistung
über Anstellwinkel und
Geschwindigkeit auf Widerstandssprüngen beruht,
während der hier nicht gezeigte Verlauf
der Auftriebsentwicklung absolut gleichförmig ist.
Die Sprünge beruhen auf Induktionen der
Flügelenden, denn eine Veränderung von deren Lage
kann die Sprünge beseitigen. Aber es
leidet dann die mechanische Kopplung dieser Flächenenden, da
diese grössere vertikale
Abstände zueinander erhalten müssten.
Nach
Allem erscheint es zunächst sinnvoller, es bei der mechanisch
einfacheren Lösung
für das Flächenende zu belassen und sich darauf zu
konzentrieren, ein geeignetes, weil
momentenschwaches Profil für die identischen Flächen
zu finden, das bei den RE von
1 Mio im Langsamflug gute Leistungen zeigt.
Da man sich dieses kleine Flugzeug auf Zeichnungen betrachtet kaum
richtig vorstellen kann,
nachfolgend zwei kleine x-plane-Filmchen auf Youtube. Der
Triple-wing im angetriebenen Flug
und mit engine out an einem Küstenhang. X-plane
modelliert den
Wind entsprechend der dazu
vorliegenden topographischen Daten. 12 kn Wind und leichte Thermik
können so die Aero- und
Massendynamik eine derart leichten Flugzeuges in diesem
Sim gut
zeigen.
Fragen
zum Tragwerk des Triplewing
Ein besonderer Vorteil, auf den oben schon hingewiesen wurde, wird
für den Triplewing neben den autostabilen
Flugeigenschaften bei guter Steuerbarkeit darin gesehen, dass man
identische Flächen, die aus einer Form oder
einem Extruder stammen könnten, einsetzen kann. Dazu werden
diese uniformen Flächen entsprechend beschnitten,
mit Endstücken versehen und mit der entsprechenden Pfeilung
und Anstellung zu einem Gesamtsystem gefügt.
Klappen- oder Ruderflächen haben diese
Flächen nicht,
die Quer-/Höhenruderfunktion wird durch differenziertes
Verdrehen der hintersten, kaum belasteten
Stabilisierungsfläche ermöglicht. Einfacher geht es
nicht - zumindest
theoretisch - praktisch warten noch einige technische Probleme.
Unten ein Gesamtabwindfeld dieser identischen Flächen bei
maximalem Anstellwinkel und entsprechend grossem
Abgang von verbundenen Einzelwirbeln der
Flächen. Flächen arbeiten bei verbundenem
Wirbelabgang nicht mehr
als Einzelflächen, sondern haben die (schlechtere) Leistung
der Gesamtstreckung der Konfiguration. Für leichte
und langsame Flugzeuge, die in Turbulenz deutliche
Anstellwinkelschwingungen erleiden, ist dies jedoch nicht nur
Nachteil, sondern auch Vorteil, da bei geringer effektiver Streckung
der Auftriebsanstieg weit milder ausfällt. Und
mit diesem der Lastfaktor resp. die g-Belastung, die Struktur und Pilot
in einer Vertikalboe erleiden.
Problematisch könnte gleichwohl erscheinen, dass solche
"Flächen aus dem Extruder" keinerlei Schränkung
aufweisen, denn rückwärts gepfeilte
Rechteckflächen (oder schiebende ungepfeilte!) stallen ohne
Schränkung
sehr heftig von aussen her. Und ein (asymmetrischer) Stall der
vorderen Fläche ist bei Mehrflächensystemen
wie Tandems et al. fast schon der kritischte Fall, der eintreten kann.
Dazu hier
mehr.
Gemildert wird dieser für das Tandem kritische Fall durch eine
Staffelung der Flächen, die so dicht ist, dass man
keine Einzelflächen, sondern eine Art "geschlitzter"
Gesamtfläche erhält, bei der eine hinter und unter
der
vorderen
Fläche liegende zweite Fläche deren
Abflussbedingungen unterstützt. Bei dem Triplewing ist dies
vor allem in dem
kritischeren Aussenbereich für den vorderen und mittleren
Flügel gegeben.
Links die (mit Hand nachgezeichnete) Staffelung der
Flächen
im Aussenbereich. Die vordere liegt über der mittleren, die
Stabilisierungsfläche liegt aussen unmittelbar im Abstrom der
vorgelagerten Flächen, woraus für sie ein lokaler,
schwacher
Zusatzauftrieb ganz aussen resultiert, der hinnehmbar ist.
Trotzdem
wäre es wünschenswert, für diese uniformen,
ungeschränkten "Flächen aus dem Extruder"
Hilfen
vorsehen
zu können, die im besten Fall ohne jede Änderung an
der Geometrie folgendes bewirken: Aussen hinausgeschobener
Strömungsabriss, da das dort eingesetzte Profil
höhere
Auftriebsbeiwerte gewährt als das gleiche Profil weiter innen.
Und grössere effektive Anstellwinkel innen mit
höherem Auftrieb, wodurch sich die Auftriebskonzentration mehr
nach
innen verschiebt und damit wenn, dort innen der Stall
möglichst symmetrisch eintritt.
Ein Hinausschieben der Stallerscheinungen aussen zu grösseren
Anstellwinkeln (oder g-loads) ist möglich, wenn der
Flügel aussen
mit modernen Wirbelerregern versehen wird.
Links die Steigerung des Profil-Ca mit Wirbelerregern
für ein im
Windkanal untersuchtes symmetrisches Profil.
Eine Konzentration des Auftriebs mehr zum Innenflügel hin, der
dafür zugleich mit einem grösseren Anstellwinkel
arbeitet, ohne die Geometrie des "Flügels aus dem Extruder" zu
ändern, ist mit einer Gurney-Flap möglich, die
heute bei modernen Verkehrsflugzeugen der Zukunft unter dem Begriff
Mini-Teds gehandelt wird. Es handelt sich
dabei in einfachsten Fall um einen nur wenige Prozent der
Flügeltiefe hohen Aluwinkel, den man unter die Hinter-
kante des Flügels fest montiert. Bei 1,5 Höhe, beim
Triplewing also 13 mm, sorgt solch eine Kante bereits für sehr
deutlich geänderte Abflussbedingungen:
Der Graph mit den pink Quadraten zeigt für 1e6 Reynolds,
die der Triplewingflügel im Langsamflug hat, und einer
Höhe
der guerney-flap von 1,5 % Flügeltiefe eine Steigerung des
Auftriebsbeiwerts um mehr als 30%. Entsprechend sinkt
der Nullauftriebswinkel in den negativen Bereich, sodass
ein so innen ausgestatteter uniformer Rechteckflügel eine
nichtgeometrische Schränkung erhält. Zusammen mit den
Wirbelerregern aussen, kann man so einen ungeschränkten
Rechteckflügel bei nur wenig mehr Widerstand so
ändern,
dass er sich wie ein geometrisch und aerodynamisch
geschränkter Flügel verhält.
Mehr zur Gurney-Flap lesen Sie hier
unter diesem linkdes American Institute of Aeronautics and Astronautics,
dem auch die obige Graphik entnommen wurde. Der dort verwendete
Flügel hatte das Profil NACA 23012. Da
trifft es sich gut, dass der Triplewing ebenfalls von Anfang an mit
diesem Profil konzipiert wurde, das früher sehr
bekannt und genutzt war, weil es wie ein symmetrisches Profil sehr
wenig Moment liefert (das man kompensieren
muss), aber bessere Auftriebsbeiwerte als ein symmetrisches Profil.
Ohne deutliche Schränkung des Flügels sollte
man es allerdings nicht benutzen, das es bei
Vorderkantenablösung prononciert stallt,
wobei die Ablösung überdie Hinterkante
stromaufwärts läuft und dann zu einem Ablösen
an der Vorderkante führt,wonach ein starker Wirbel
stromabwärts läuft - Bild. Das
Ablösen an der Hinterkante kann eine zweite, dort
plazierte Fläche über die damit
gegebenen besseren Abflussbedingungen vermeiden = Triplewing im
Aussenbereich.
Praktische Erfahrungen zu solch einfachen Hinterkantenhilfen:
Der Sunny-Tandem-Boxwing hatte zunächst
einen frühen
Stall, weil die Hinterkante des vorderen oberen Flügels von
einem 45 mm Rohr gebildet wurde. Da "kroch" die Ablösung
hoch. Die Lösung brachte eine Gurney-Flap aus Stoff,
die
einfach dadurch gebildet wurde, dass die Naht für die
Bespannung an die richtige Stelle und nach aussen gelegt
wurde.
Diese ca 8 mm steif vertikal hochstehende Nahtfläche
verbesserte die mögliche Vmin deutlich.
Da Fachleute diese Lösung sofort, Laien sie jedoch nicht
verstanden, war es nötig darauf hinzuweisen, diese Kante
nicht mit der Schere zu entfernen :-)
Variationen des
Triplewing
Wie genau die Flügel eines Triplewing optimal anzuordnen sind,
damit Stabilität, Steuerbarkeit und geringer induzierter
Widerstand resultieren, ist unbekannt. Ich bin jedenfalls so
vorgegangen, dass ich für identische Flächen in der
gezeigten
symmetrischen Anordnung Einstellwinkel zu deren Neutralpunkt gefunden
habe, mit denen das System stationär
und über
einen grösseren Anstellwinkelbereich längsstabil ist.
Nicht gesagt ist damit aber, dass diese Konfiguration
der Flächen auch einen günstigen Widerstand und vor
allem einen
günstigen Widerstand aus Auftrieb (induzierten Widerstand)
hat.
Dieser induzierte Widerstand ergibt sich letztlich
aus dem
Abwindfeld, welches wiederum durch die abgehenden Randwirbel
massgeblich in seiner Form bestimmt wird, deren relative
Intensität wieder von der Streckung, der Auftriebsverteilung
und
der Flügelspitzenausbildung und anderem
abhängt.
Für den Triplewing ist inbesondere die Lage der
Flügelspitzen zueinender wichtig,
denn dort können diese Randwirbel bzw.
der durch sie massgeblich mitbestimmte induzierte Widerstand
gemildert werden. In Sachen Milderung gab es in den
80er
Jahren einen Hype hin zu aufgefächerten Flächenenden
nach dem
Vorbild der Handfedern thermiksegelnder Vögel. Eine gut
lesbare Übersicht dazu findet sich hier.
Die Graphik ist der oben verlinkten Seite entnommen und stammt
originär aus: Küppers, U., Randwirbelteilung durch
aufgefächerte Flügelenden. Düsseldorf: 1985
Auch die drei Flügelspitzen des Triplewing haben eine Lage,
die es in Zukunft möglich
machen könnte, sie zu einer den Wirbelabgang mildernden
Staffelung zusammenzufassen.
Bei der hier gezeigten Konfiguartion steht allerdings die Verwendung
absolut identischer
Flächen im Vordergrund, sodass Schränkungen an den
Flächenenden und besondere
Ausbildung der Flächenspitzen, die dazu notwendig
würde, nicht möglich ist.
Es wurde daher versucht, durch einfache Verschiebungen der
Flächen des vorliegenden Triplewings in der x- und z-Achse
eine die Gleiteigenschaften verbessernde Wirkung zu erzielen. Dabei
stellte sich heraus, dass schon geringe Abweichungen
von der gefundenen Grundkonfiguration deutliche
Leistungsänderungen für bestimmte
Anstellwinkel/Geschwindigkeiten mit
ich bringen können. So erzeugte eine Vorverlegung des gesamten
vorderen Flügels um nur 0,05 m im System einen Einbruch
der Gleitzahl über
Geschwindigkeit - siehe Graphik unten.
Untersucht man das näher, stellt man fest, dass Ursache
für
den Einbruch ein plötzlicher Widerstandsanstieg ist, der nichts
mit den verwendeten Profilen oder der Reynoldszahl oder der
Klappenfunktion am hinteren Flügel zu tun hat, denn dieser
Widerstandssprung entsteht auch bei einer reinen
Anstellwinkelvergrösserung ohne Klappenfunktion. - siehe unten.
Dieser Zusatzwiderstand entsteht laut Programmergebnisdaten am
hinteren Flügel - dessen Gleitzahl reduziert
sich von
7,6 auf 4,5, während die Gleitzahlen der
anderen Flächen bei 36,5 (vorne) und 11,5 (Mitte)
stabil
bleiben. Dynamisch
könnte ein solcher Einbruch der Gleitzahl des hinteren
Flügels für einen bestimmten Anstellwinkelbereich zu
dem bei
Tandemflugzeugen auftretenden "hunting" führen, einem
niederfreqeunten Wellenflug, der nicht ausgesteuert/gedämpft
werden kann.
Ursache des Zusatzwiderstands ist eine drastische
Zirkulationsänderung an der Flächenspitze des
hinteren Flügels
und einen drastischen örtlichen Widerstandsanstieg. Der
Verlauf der Kurve legt nahe, dass es sich dabei nicht um
einen Programmfehler handelt, sondern um induktive Einflüsse
aus der Flächenverschiebung.
Um eine Übersicht zu erhalten, welche Verschiebung eines
Flügels welche Änderung im Widerstand mit sich
bringt, wurde
versucht, die Lage der Flügel und damit eben auch der
Flügelspitzen zueinander systematisch zu variieren,
mit dem
Ziel
einer harmonischen
Leistungskurve.
Dazu wurden zunächst die Abstände der
Flügel über der Längsachse
variiert im Sinne einer
Verschiebung der 0,68 m tiefen
vorderen und hinteren Flügel um je 0,1 m (ca. 15% Tiefe) nach
vorne und hinten auf der x-Achse. Zu jeder Änderung wurde
zunächst der Schwerpunkt ermittelt, der das gleichbleibende
Stabilitätsmass von 3h% herstellte. Danach wurde über
eine
Klappenfunktion an dem hinteren Flügel eine entsprechende
Polare
gerechnet. Das Flugzeug bleibt dabei in allen Punkten
der Polare statisch längsstabil, da das Programm ansonsten die
Berechnung abbricht bzw. dies anzeigt.
Unten eine Polarenschar aus Verschiebungen der vorderen und hinteren
Flügel gleich- und gegensinnig über der
x-Achse.
Nach dem gleichen Verfahren wurden die vertikalen Lagen aller
drei Flügel zueinander systematisch um 0,1 m verschoben.
Unten dazu die entsprechende Polarenschar.
Da es bereits aus der Kombination dieser wenigen Parameter
zigtausende von Kombinationen gäbe, die man durchspielen
müsste, um alle bestehenden Möglichkeiten zu
erfassen, geht
es nicht ohne Mitdenken mit dem Versuch, Tendenzen und
"Ausreisser" zu erkennen. Dies gelang allerdings kaum.
Es wurde daher der einfachste Weg gewählt und es
wurden alle
Polaren übereinandergelegt, um dann durch "Wegklicken"
einzelner Polaren eine eindeutige Tendenz zum Besseren
erkennen
zu können. Was nicht gelang. Unten die Polarenschar,
die immerhin Gemeinsamkeiten und einen generellen Verlauf von
A/W
(Gleitzahl) über Geschwindigkeit erkennen
lässt. Da
dem Programm bei diesem Dazuladen von Polaren "die
Farben ausgingen", hat es viele der Kurven schwarz
dargestellt. Was
in der negativen Darstellung hier weiss erscheint.
Die Flügelenden waren bei diesen Versuchen noch nicht
miteinander verbunden, sondern stehen frei, da sonst noch
mehr Parameter den Weg zu einer Lösung aufsplitten.
Interessant auch die Frage, wie sich eine Veränderung der
Streckungen der Einzelflächen auswirken würde. Dazu
wurden die Einzelflächen, die eine einheitliche Streckung von
ca. 9,5 haben, von vorne nach hinten mit den Streckungen
14, 11,6 und 9,5 durch Verringerung der Flächentiefe versehen
- und vice versa. Die gesamte projezierte Fläche sank
dadurch von 14,5 auf 11,1 qm, da Spannweite und Länge der
Konfiguration unverändert blieben.
Unten die Ergebnisse mit den veränderten Streckungen bei
gleichem Stabilitätsmass.
Die Gleitzahl steigt um 4% von 11,5 (Ausgangsversion, nicht
dargestellt) auf 12, ansonsten zeigt sich das typische Bild
eines nichtplanaren Flügelsystems mit geringer
Flächenbelastung, das über weite Anstellwinkel- und
Geschwindigkeits-
bereiche eine gleich bleibende Gleitzahl zeigt. Hellblau die Kurve mit
der grössten Streckung für den vorderen
Flügel,
lila die Kurve für das System mit der grössten
Streckung in
der Stabilisierungsfläche. Keine Ausssage macht diese
Graphik
zu stationären Flugzuständen, wie sich das System
dynamisch
verhalten würde, denn eine höhere Streckung in der
hintersten,
der Stabilisierungsfläche, bringt dort einen steileren
Auftriebsanstieg mit sich, mithin grössere
rückführende
Momente, die
dynamisch zur Unfliegbarkeit und Instabilität führen
können.
Variation von Pfeilung und Ort des mittleren Flügels
Während oben die einzelnen Flügel komplett
über der x-
und z-Achse je um 0,1 m (entsprechend rd. 15%
Flügeltiefe)
verschoben wurden , womit sich entsprechend auch die Anordnung der
Flügelenden zueinander verschob, wurde in
einem weiteren Versuch die Position der Flügelenden wie in der
Ausgangskonfiguration belassen, aber der mittlere
Flügel im Mittelschnitt auf der x-Achse um je 0,82 m nach
vorne und hinten verschoben. Seine Pfeilung wurde dabei
exakt der des vorderen oder hinteren Flügels angepasst, sodass
er genau hinter oder vor diesen zu liegen kam. Die
vertikale Anordnung der Flügel blieb unverändert zur
Ausgangskonfiguration. - Übersicht:
Für diese Positionen wurde wieder ein Schwerpunkt für
das immer gleiche Stabilitätsmass von 30% (bezogen auf die
mittlere Tiefe einer einzelnen
Fläche = 0,68 m) ermittelt, dann wurden die Polaren
über die Klappenfunktion am hinteren
Flügel ermittelt. (Klappenfunktion, damit ein vorgesehenes
Drehen des kompletten hinteren Flügels zu diesem Zweck
in diesem Stadium vermieden wird.) Das Flugzeug wurde dabei in allen
Anstellwinkel- /Geschwindigkeitsbereichen als
längsstabil ausgewiesen. Unten die Polarenschar zu diesem
Versuch:
Gezeigt ist die Gleitzahl E über Geschwindigkeit. Die
gelbe Kurve entspricht der Normakonfiguration, die blaue zeigt
die Gleitzahlen bei der nach hinten gesetzten mittleren
Fläche, die lila Kurve die Gleitzahlen bei nach vorne gesetzter
mittlerer Fläche. (Pfeilung jeweils so, dass sich die
Lage
der Flügelspitze des mittleren Flügels nicht
ändert.)
Unterschiede in der Gleitleistung zeichnen sich tendentiell nur
für höhere Geschwindigkeiten ab, wobei die nach vorne
gesetzte, rückgepfeilte mittlere Fläche ein
schlechteres, die nach hinten gesetzte vorgepfeilte mittlere
Fläche ein besseres
Ergebnis als das der Ausgangskonfiguration
bei höheren Geschwindigkeiten zeigt. (Profile immer
Naca 23012).
Unten eine Übersicht der Gleitzahlen und Auftriebsbeiwerte
bei Klappenfunktion Null, wenn also das Flugzeug bei dem
Schwerpunkt, der das Stabilitätsmass 30% herstellt,
in der
jeweiligen Konfiguration stabil gleitet: Angegeben ist auch
die Schwerpunktlage in % der mittleren Systemtiefe (Systemtiefe hier
bezogen auf die 25% Punkte vorderer und hinterer
Flügel auf der x-Achse und deren Abstand zueinander = 2,5 m.
Systemlänge ü.a. 3,17 m bei 6,6 m Spannweite.)
Konfiguration
Schwerpunktlage Fl-Ca
vorne mitte
hinten
Fl-Gleitzahl
vorne mitte
hinten
mittlere Fläche 0,82 m vor
32,6%
0,74
0,31
0,124
35,8
11,4 8,5
Ausgangskonfiguration
36,8%
0,73
0,33 0,1
35,8
12,1
7,3
mittlere Fläche 0,82 m zurück
42,6%
0,72
0,35
0,09
34,0
12,9 7,06
Ich hätte eigentlich grössere Unterschiede erwartet,
dass
sie kleiner als erwartet sind, hängt damit zusammen,
dass
immer das gleiche Stabilitätsmass für den Ausgang
der Polarenrechnung gewählt wurde.
Interessant ist eine solche Verschiebung des mittleren Flügels
insbesondere für die Frage, ob solch ein nichtplanares
Flügelsystem auch in einer Verkehrsluftfahrt der Zukunft
Anwendung
finden könnte, bei der ungepfeilte Flächen zu starken
Druckstössen (Buffeting) führen würde.
Die Auswertung hier spricht zumindest nicht unmittelbar
dagegen.